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Meine Ansicht zur Sucht?

Erfahrungsgemäß ist Sucht gleichzusetzen mit Suchtkrank. Die Betroffenen können ihre Werte nicht ausleben und sind im Sozialen Verhalten eingeschränkt. Zudem isolieren sie sich vom Gemeinschaftsleben und ziehen sich meistens zurück. Das einzige Glücksgefühl besteht im Suchtmittel selbst. Wie seht ihr das? Und was bedeutet für euch "Sucht" oder "Suchtkrank ?
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Lifeline
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Meine Ansicht zur Sucht?

Beitrag von Lifeline »

Meine Ansicht zur Sucht?

Für mich ist Sucht etwas, das schleichend kommt. Nicht von jetzt auf gleich und auch nicht so, dass man morgens aufsteht und plötzlich sagt: „So, heute bin ich süchtig.“ 😄

Sucht kommt nach und nach und nimmt immer mehr Platz im eigenen Leben ein – oft, bevor man überhaupt merkt, was da eigentlich passiert.

Wenn man es dann irgendwann merkt, ist es häufig schon ziemlich weit gekommen.

Für mich ist Sucht auch eine Art Gewohnheit, die man immer weiter in seinen Alltag einbaut. Man macht etwas regelmäßig, immer wieder und irgendwann gehört es einfach dazu. Und genau da wird es gefährlich.

Denn Sucht hat noch eine andere Seite: die Glücksgefühle und das Verlangen danach.

Und dabei geht es längst nicht nur um Alkohol oder Drogen. Sucht kann sich auch bei Computerspielen, beim Handy oder bei ganz anderen Dingen entwickeln. Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich an einen bestimmten Zustand gewöhnen kann.

Manchmal reicht irgendwann sogar schon der Gedanke daran und man bekommt dieses Verlangen.

Und genau da beginnt für mich dieser Strudel.

Man sucht immer wieder diesen bestimmten Zustand, dieses Gefühl, das man irgendwann einmal hatte. Man möchte es noch einmal erleben. Und weil der Körper und der Kopf sich daran gewöhnen, möchte man irgendwann vielleicht mehr oder häufiger davon haben, um wieder in diesen Zustand zu kommen.

Ich kann euch dazu einmal ein eigenes Erlebnis erzählen.

Ganz am Anfang hatte ich einmal Ecstasy genommen. Das erste Mal war für mich sehr intensiv und hatte eine entsprechende Wirkung. Und genau das ist im Gedächtnis hängen geblieben.

Man versucht danach irgendwie, diesen Zustand wiederzubekommen.

Aber das Problem ist: Man bekommt diesen ersten Moment nicht einfach wieder zurück.

Das nächste Mal ist es anders. Vielleicht ist es gut, vielleicht gefällt es einem weniger. Und dann denkt man: „Okay, das war jetzt nicht so wie damals. Vielleicht beim nächsten Mal.“

Und schon geht die Suche weiter.

Das Suchtgedächtnis merkt sich eben nicht einfach nur irgendeinen Konsum. Es merkt sich auch das Gefühl, das man damit verbunden hat.

„Das war gut. Genau das möchte ich wieder haben.“

Und damit beginnt dieses Spiel immer wieder von vorne.

Je mehr sich die Sucht entwickelt, desto mehr verändert sich natürlich auch der Mensch selbst. Man passt sein Leben an die Sucht an. Man richtet Dinge danach aus, organisiert seinen Alltag anders und irgendwann dreht sich immer mehr darum, wann und wie man sein Suchtmittel bekommt.

Und gleichzeitig verändert sich auch das Umfeld.

Freunde ziehen sich zurück, die Familie merkt, dass etwas nicht stimmt, man selbst wird vielleicht gereizter, zieht sich zurück oder verändert seine eigenen Verhaltensweisen.

Man merkt irgendwann vielleicht gar nicht mehr, wie sehr man sich selbst verändert hat.

Und dann wird aus diesem anfänglichen kleinen Strudel langsam eine richtige Spirale.

Erst denkt man vielleicht noch: „So schlimm ist es doch gar nicht.“

Dann kommt der nächste Schritt.

Und noch einer.

Und wenn man irgendwann denkt: „Jetzt kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden“, geht es manchmal trotzdem noch ein Stück weiter nach unten.

Das ist für mich das Gefährliche an Sucht: Sie nimmt dir nach und nach immer mehr Raum ab, bis irgendwann kaum noch Platz für etwas anderes bleibt.

Und wenn man sich dann auch noch komplett abgeschottet hat, wird es besonders schwierig. Denn irgendwann fehlt vielleicht nicht nur der Wille, etwas zu verändern, sondern auch die Kraft dazu.

Dann besteht der Alltag irgendwann fast nur noch daraus, die Sucht zu befriedigen.

Und genau deshalb sehe ich Sucht als ein ziemlich gefährliches Spiel mit sich selbst.

Aber genauso wichtig ist für mich auch die andere Seite:

So wie Sucht nicht von heute auf morgen entsteht, verschwindet sie meistens auch nicht von heute auf morgen.

Der Weg heraus ist ebenfalls ein Prozess. Man muss Schritt für Schritt wieder lernen, sein Leben nicht mehr nach der Sucht auszurichten. Man muss sich selbst wiederfinden, Vertrauen aufbauen und manchmal auch lernen, Hilfe anzunehmen.

Für mich ist Sucht deshalb nicht einfach nur: „Ich brauche etwas.“

Sucht ist für mich ein Prozess, der sich langsam in dein Leben schleicht, deinen Kopf und dein Verhalten verändert und irgendwann versucht, dein ganzes Leben zu bestimmen.

Und genau deshalb finde ich die Frage spannend:

Was bedeutet Sucht für euch?

Wann habt ihr gemerkt, dass aus Gewohnheit mehr geworden ist? Habt ihr diesen Strudel selbst erlebt? Und wann habt ihr vielleicht zum ersten Mal gedacht: „Moment mal – das bestimmt gerade mehr mein Leben, als mir eigentlich lieb ist“?

Vielleicht sieht Sucht für jeden von uns ein bisschen anders aus. Genau darüber können wir hier mal reden.

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Dieses Forum soll informieren und den Austausch fördern – nicht zum Konsum illegaler Drogen verleiten oder diesen gutheißen.
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