Beim Glücksspiel geht es natürlich nicht nur ums Geld. Der Reiz liegt für viele auch in der Spannung, dem Hoffen und diesem kurzen Moment: „Vielleicht klappt es diesmal!“ Ein Gewinn kann ein richtiges Glücksgefühl auslösen – und genau dieses Gefühl möchte man irgendwann wieder erleben. Das Problem beginnt dort, wo aus gelegentlichem Spielen immer mehr wird. Man spielt häufiger, setzt mehr Geld ein und denkt immer öfter darüber nach. Und irgendwann spielt man vielleicht nicht mehr, um Spaß zu haben, sondern um Verluste wieder hereinzuholen oder einfach diesen einen Kick wiederzubekommen. Genau da kann sich der Kreislauf immer weiter zuspitzen.
2. Medienabhängigkeit
Handy, Computer, Internet, Social Media oder Computerspiele gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Ein bisschen schauen, ein bisschen spielen, Nachrichten lesen – alles völlig normal. Schwierig kann es werden, wenn man irgendwann merkt: Das Handy liegt zwar neben mir, aber eigentlich bestimmt es schon meinen ganzen Tag. Man schaut ständig drauf, kann es kaum weglegen oder verliert beim Spielen und Surfen völlig das Zeitgefühl. Aus „Ich schaue nur kurz“ werden plötzlich Stunden. Und wenn man versucht, das Ganze einzuschränken, merkt man vielleicht erst, wie schwer das geworden ist.
3. Kaufsucht
Etwas kaufen macht vielen Menschen Freude. Ein neues Handy, Kleidung, Schuhe oder einfach etwas, das man schon lange haben wollte – das kann ein schönes Gefühl sein. Bei einer Kaufsucht geht es aber irgendwann nicht mehr wirklich um den Gegenstand selbst. Der Kauf an sich wird zum Glücksmoment. Man fühlt sich danach vielleicht besser, erleichtert oder einfach für einen Moment richtig gut. Das Problem: Dieses Gefühl hält nicht lange an und irgendwann kommt der nächste Wunsch nach einem Kauf. Dazu können Schulden, Verheimlichungen und Streit mit Familie oder Partner kommen. Aus „Ich gönne mir mal was“ kann dadurch ein ziemlich schwieriger Kreislauf werden.
4. Arbeitssucht
Arbeiten zu gehen ist natürlich nichts Schlechtes. Im Gegenteil – Arbeit kann wichtig sein, Sicherheit geben und einem das Gefühl vermitteln, etwas zu schaffen. Aber auch Arbeit kann irgendwann zu viel Raum im Leben einnehmen. Immer noch eine Aufgabe, noch schnell etwas erledigen, noch eine Stunde länger bleiben – und abschalten wird immer schwieriger. Wenn man selbst in der Freizeit gedanklich ständig bei der Arbeit ist und ohne Arbeit kaum noch zur Ruhe kommt, lohnt sich ein genauer Blick. Familie, Freunde, Freizeit und vor allem die eigene Erholung können dabei schnell hinten runterfallen.
Was alle vier Bereiche gemeinsam haben können:
Hier wird kein Stoff wie Alkohol oder eine andere Substanz konsumiert. Stattdessen wird ein bestimmtes Verhalten immer wieder ausgeführt, weil es ein positives Gefühl auslöst oder dabei hilft, unangenehme Gefühle kurzfristig auszublenden.
Und genau hier kann der Kreislauf beginnen: Man macht etwas, weil es einem guttut. Es tut immer nur kurz gut. Also macht man es wieder. Und irgendwann macht man es nicht mehr nur, weil man möchte – sondern weil man das Gefühl braucht.
Das kann sich immer weiter verstärken und irgendwann andere Bereiche des Lebens verdrängen.
Jetzt seid ihr wieder dran!
Wie seht ihr das? Habt ihr selbst Erfahrungen mit einer dieser Formen gemacht oder kennt ihr jemanden, bei dem sich ein solches Verhalten immer weiter verstärkt hat?
Wo würdet ihr sagen: „Hier hört normale Gewohnheit auf und hier beginnt für mich Sucht“?
Erzählt einfach, wie ihr das seht.
LG.Lifeline